Tag 69: Barcelona – Palma de Mallorca

Tag 69:  Barcelona bis Palma de Mallorca   –    24. Juni 2007

 

Ich blieb heute so lange wie möglich im Hotel und nahm dann ein Taxi zum Hafen. Zehn Stunden Wartezeit auf die Fähre hatte ich jetzt vor mir.  Sie legte erst um elf Uhr nachts nach Mallorca ab. Mit meinem Gepäck konnte ich auch keine Ausflüge in die Stadt mehr unternehmen. Barcelona ist dafür bekannt, daß hier einige Taschendiebe ihr Unwesen treiben. Vor Jahren wäre ich fast Opfer von zwei Trickdieben geworden. Auch hier im Hafen während der Wartezeit auf die Autofähre. Die Burschen wären fast mit einer Tasche entkommen, in der von Pässen über Bargeld bis Tickets alles war. Buchstäblich in letzter Sekunde konnte ich damals an einer Fußgängerampel vor der Columbussäule das Diebesgut zurück erobern. Deshalb war ich jetzt auf Vorsicht getrimmt.

 

Ich setzte mich ins Restaurant und begann auf meinem Laptop zu schreiben. Da an den Tischen nirgendwo Stechdosen in der Nähe waren mußte ich zwischendurch die Batterien in der Schalterhalle aufladen. Dort waren Stechdosen, aber keine Tische und Sitzgelegenheiten. Während der zweistündigen Ladezeit hörte ich Musik und ließ mein Gepäck nicht aus den Augen.

 

Die Reise ging jetzt ihren Ende zu. 69 Tage war ich unterwegs, 1212,3 Kilometer gewandert. Das waren ungefähr 1.515.000 Schritte. Gekostet hat die Fußreise an reinen Reisekosten mehr als 5000 Euro. Jede andere Form zu reisen, ob mit Flugzeug oder Bus, ist günstiger. Aber die Eindrücke und Erfahrungen, die ich während der zehn Wochen sammeln konnte, sind einmalig. Diese Reise war wie ein eigenes kleines Leben im großen, ganzen Leben. Darüber werde ich anschließend, in ein paar Tagen, noch einmal ausführlich schreiben.

 

Um zehn Uhr abends konnte ich auf der Fähre einchecken. Ich lernte drei deutsche LKW-Fahrer kennen, die mit ihren Sattelschleppern Nachschub für durstige Kehlen auf die Insel brachten. Insgesamt 75 Tonnen Bitburger Pils hatten sie an Bord. Wir hatten zwei lustige Stunden an Bord, dann gingen sie in ihre Kabine. Ich hatte keine und versuchte in einem der Liegesessel im Gemeinschafts Ruheraum zu schlafen. Aber zwischen so vielen Menschen zu schlafen liegt mir überhaupt nicht. Da bin ich eigen. Vor mir lag ein Mann auf dem Boden und schnarchte, hinter mir saßen fünf Jugendliche und fanden keine Ruhe. Ich packte meine Sachen, suchte mir ein ruhiges Plätzchen im Außenbereich und legte mich dort, halb in meinen Schlafsack gehüllt, auf eine Bank. So etwa eine Stunde schlief ich tatsächlich….