Tag 68: Barcelona

Tag 68:  Barcelona   –   23. Juni 2007

 

Frühmorgens ging ich zu einer Bar, die ein paar hundert Meter unterhalb des Hotels lag. Über der Stadt lag noch die Friedlichkeit des Morgens. Die Sonne schien vom blauen Himmel und die Temperatur war äußerst angenehm. In der Bar herrschte ein Kommen und Gehen, jeder trank schnell einen Cafe con Leche oder einen Cortado, ich nahm ein Bocadillo con Queso y Jamon, ein Schinken-Käse Brötchen, zum Kaffee. Ich merkte es an diesem Morgen wieder ganz deutlich, Spanien ist mein bevorzugtes Land.

 

Nach dem Frühstück ging ich zurück und holte meine Kamera. Unweit vom Hotel war ein Schild, daß den Fußweg zum Parc Güell und dem Gaudi Museum anzeigte. Der Weg führte eine Straße steil hinab und dann einen bewaldeten Hügel genauso steil wieder hinauf. Hier waren eine Menge Jogger unterwegs die mir schwitzend und pustend entgegenkamen. Oben auf dem Hügel angekommen öffnete sich der Blick über die ganze Stadt bis zum Meer. Im Vordergrund lag das Gaudimuseum, das sich als große Parkanlage mit einigen Gebäuden im typischen Stil entpuppte. Musik lag hier in der Luft, Jazz und Flamenco drang aus den Gewölben und künstlichen Grotten und wehte von den Plätzen herüber. Die Architektur dieser Anlage überraschte mich immer wieder, je weiter ich hinabstieg.

 

Und obwohl hier schon Menschenmassen unterwegs waren, lag eine Leichtigkeit und Fröhlichkeit in der Luft, die mich sofort ansteckte. Ich hörte einem Flamenco Gitarristen zu und kaufte dann seine CD und machte eine Unmenge Fotos, in der Hoffnung, ein Wenig von dieser Atmosphäre konservieren zu können. Selten habe ich so schöne Architektur gesehen, die sich auch noch nahtlos und harmonisch in die Umgebung einfügt.

 

Ich blieb lange dort und ging dann durch ein Wohnviertel zur nächsten Hauptstraße hinunter. Dort nahm ich einen Bus zur Plaza Cataluna, dem Dreh und Angelpunkt der Stadt. Der Nahverkehr ist hier erstaunlich gut geregelt, alle paar Minuten kommt ein Bus und selbst die weiteren Fahrten kosten nur 1,25 Euro. Von der Plaza Cataluna, auf der Tausende Tauben von Touristen und Einheimischen gefüttert werden,  gelangt man direkt an das obere Ende der Ramblas. 

 

Auf dem breiten Fußweg in der Mitte der Flaniermeile waren wahre Völkerwanderungen unterwegs. Aber trotz der Massen war die Stimmung auch hier fröhlich, freundlich, leicht. Hier muß man einfach gute Laune bekommen. Zwischen den vielen bunten Blumenständen und den Straßencafes zeigten dutzende von Darstellern ihren Einfallsreichtum als lebendige Statuen. Ich habe sie alle fotografiert, konnte aber nicht jedem einen Obulus entrichten, sonst wäre ich am Ende der Straße arm gewesen. Am unteren Ende der Ramblas zeigte eine Gruppe Argentinier vor zahlreichem Publikum Tango in höchster und sinnlichster Vollendung.

 

Irgendwann knurrte mir der Magen. Die vielen Eindrücke hatten mich das Essen ganz vergessen lassen. Ich ging in eine Tapas Bar und bestellte mir ein paar kleine Leckereien und ein großes Bier. Danach fuhr ich zufrieden mit dem Bus zum Hotel zurück und hatte so viele Fotos zu bearbeiten, wie an keinem anderen Tag meiner Reise…