Tag 61: Pause in Perpignan

Tag 61:  Pause in Perpignan   –   16. Juni 2007

 

Das Wetter bleibt wechselhaft. Als ich heute morgen beim Frühstück saß, fielen wieder ein paar Tropfen. Dann wurde es schöner, die Sonne kam heraus. So wechselte es noch ein paar mal an diesem Tag. Immer noch Aprilwetter!

 

Um elf Uhr brach ich auf zu einer ausgedehnten Stadterkundung. Ich ging an einem Kanal entlang ins Stadtzentrum. Hier waren jede Menge vollbesetzte Restaurants und es herrschte touristisches Treiben. Mir fiel auf, daß hier auch viele Obdachlose, Punks und andere schräge Gestalten unterwegs waren. Ein Punk, der offensichtlich unter Speed stand, wollte unbedingt mit seiner zahmen Ratte fotografiert werden. Erst dachte ich , daß er Geld haben wollte, aber nachdem ich zweimal auf den Auslöser gedrückt hatte, bedankte er sich überschwänglich und erzählte mir noch irgend etwas, daß ich beim besten Willen nicht verstehen konnte und ging seines Weges.

 

Ich lief durch kleine Gassen in Richtung des Palau dels Reis de Mallorca. Vom Jahre 1276 bis 1344 war Perpignan die Hauptstadt des Königreichs Mallorca, das unter der Regentschaft von Jaume II eine kurze Blütezeit erlebte. Von Außen ist der Palast durch hohes, trutziges Ziegelmauerwerk geschützt. Ich zeigte am Eingang meinen Presseausweis und kam tatsächlich umsonst hier herein. Als ich über den breiten Steinweg zum Vorplatz des Palastes aufstieg hörte ich schon fröhlichen Kinderlärm. Denn für zwei Wochen, wie ich später erfuhr, gehörte der Palast ganz den Kindern. Die Schulen der Umgebung hatten ein großes Kinder Kunst Projekt

in Leben gerufen. Im Vorhof war eine Tribüne aufgebaut, dort probte gerade ein Kindertheater. Auf der Wiese spielten dutzende von kleinen Mädchen und Jungen im Kindergartenalter. 

 

In den Räumen des Palastes waren mehrere Kunstausstellungen und ich muß sagen, daß die Arbeiten der kleinen Künstler mich sehr beeindruckt haben. Die Themenbereiche gingen von naiv, figürlich und abstrakt bis hin zu großen Plastiken im Stile von Niki de Saint-Phalle. Ich blieb noch eine Zeit im Palast und schaute mir die Ausstellungen genau an. Dann bummelte ich langsam zum Hotel zurück. Die Stadt war mir sehr sympathisch…