Tag 39: Pause in Courdon

Tag 39: Pause in Courdon   –  25. Mai 2007

 

ich wachte auf und wußte, heute würde das nichts mit dem Laufen. Ich fühlte mich wie gerädert, hatte schlecht und zu wenig geschlafen, kurzum, ich brauchte einen Pausentag. Nach dem Frühstück fragte ich die Hotelwirtin, ob sie meine Wäsche waschen könne. Die Jeans, ein T-Shirt und zwei Paar Socken hatten es mal wieder bitter nötig. Dann ging ich eine kurze Runde durch den Ort, um überhaupt mal richtig zu sehen, wo ich war. Ich kraxelte auf eine Anhöhe über der Stadt. Von dort hatte man einen weiten Blick über die Landschaft. Da, wo ich hin mußte, waren eine Menge großer Hügel und kleiner Berge zu sehen. Ich war gespannt, wie lange ich noch einigermaßen flache Strecken finden würde. 

 

Auf dem Rückweg ins Hotel kaufte ich noch Brot, Käse, Obst und Getränke und ging dann sofort aufs Zimmer. Gegen mittag, nach dem ich mir mit Susanne geschrieben und ein paar e-mails abgeschickt hatte, habe ich das Zimmer verdunkelt und mich schlafen hingelegt. Wieder geweckt wurde ich kurz nach drei von einer Bohrmaschine, die sich im Zimmer über mir an den Wänden zu schaffen machte. Eine Minute später war ich vollends wach, weil die Feuersirene in allen Stockwerken mit einen Höllenlärm schrillte. Ich dachte mir schon, daß da jemand ins Kabel gebohrt hatte. Aber als das Heulen nach fünf Minuten nicht aufhörte, wollte ich mal nachschauen, ob es nicht vielleicht doch brennt. Ich ging die Treppe hinunter in die Gaststube. Die Wirtin sprach wild gestikulierend ins Telefon und erklärte mir nebenbei: „No problem, no problem!“ Na, dann war ich ja beruhigt und der Lärm hörte nach guten zwanzig Minuten wieder auf.

 

Ich setzte mich wieder an mein Laptop, die einzige Konstante in den letzten Wochen. Landschaften ziehen vorüber, jeden Tag habe ich eine andere Unterkunft, ich treffe Menschen und die verabschieden sich im nächsten Moment wieder, nur mein Computer ist immer zur Stelle. Hier habe ich meine Musik geladen, die ich aber nur ganz selten höre, hier ist mein „Fotolabor“, der Draht nach hause zu Familie und Freunden, hier kann ich meine Route weiter planen, Hotels finden, den Wetterbericht abrufen. Hätte nicht gedacht, daß ich mal über ein technisches Instrument so in Schwärmen gerate. Einen großen Teil meiner Kommunikationsfähigkeit verdanke ich einem winzigen Gerät, daß mir die Firma Vodafone zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Es ist wirklich erstaunlich, aber damit komme ich fast überall ins Internet. 

 

Das hätte ich fast vergessen. Als ich heute im Hotel fragte, ob ich noch einen Tag länger bleiben könne, mußte ich erst einmal das Zimmer für die erste Nacht und meine Getränke von gestern bezahlen. Sicher ist sicher….