Tag 27: Gigny – Montbard

Tag 27:  Gigny bis Montbard   –   13. Mai 2007

 

Ich schlief bis sechs Uhr im Wohnwagen. Nachts wurde ich von der Kälte geweckt, mein Schlafsack war nicht gerade polartauglich. Zum Glück gab es noch eine Decke, die ich darüber ziehen konnte. Ich packte langsam meine Sachen, frühstückte Reste aus meinem Rucksack und rauchte meine letzte Zigarette. 

 

Um halb acht traute ich mich dann, bei Samuel und Virginie anzuschellen. Ich holte sie aber doch aus den Federn, was mir echt peinlich war. Aber sie hatten schon am frühen Morgen gute Laune. Ich bedankte mich herzlich für Alles und sie wünschten mir alles Gute für den Rest des Weges. Die Kinder Julien und Pierre schenkten mir noch ein selbst gemaltes Bild von einem schielenden Hund, und dann ging meine Reise weiter.

 

Eine Zeitlang ging es durch eine tellerflache Landschaft von Dörfchen zu Dörfchen. Es war noch recht kühl und vom Himmel wußte ich nicht so genau, was ich von ihm halten sollte. Mal kam die Sonne durch, dann zogen wieder schwarze Wolken. Als durch Jully ging, sah es schwer nach Regen aus. Das nächste Dörfchen war nur anderthalb Kilometer entfernt und schon in Sichtweite bei dem flachen Land. Ich ging weiter und prompt überraschte mich auf halbem Wege ein schönes Schäuerchen. Ich beeilte mich um einen Unterstand im Dorf zu finden, aber gerade als ich am ersten Haus ankam, hörte es wieder auf zu regnen. Das nennt man schlechtes Timing.

 

Die vielen kleinen Dörfer, durch die ich kam, waren allesamt wie ausgestorben. Eine ziemlich trostlose Gegend zum Wohnen. Als ich kurz vor Mittag in Verdonett ankam, hoffte ich auf ein Cafe. Das Dorf war relativ groß. Ich fragte einen Mann, der mit seinem Hund spazieren ging, wo ich hier einkehren könnte. Ich solle nach Montbard gehen, daß wären noch fünfzehn Kilometer. So langsam gingen mir diese Dörfer gehörig auf die Nerven.

 

Ich lief weiter vereinsamte Straßen entlang, durch den Nationalforst von Rochefort. Die Sonne war jetzt endgültig herausgekommen und die Temperatur war so, daß man sie gar nicht spürte. Weder warm noch kalt.

Die Gegend war jetzt wieder hügeliger und es waren einige kleinere Steigungen zu überwinden.

 

Nach Montbard ging es wieder stetig abwärts. Es war jetzt richtig warm und die Sonne brannte vom Himmel.

In dem schönen Städtchen fand ich auch sogleich ein Hotel. Kaum war ich auf meinem Zimmer, verfinsterte sich der Himmel und es fing heftig an zu regnen. Aprilwetter im Mai, aber ich hatte wieder Glück gehabt.

 

 

Etappe:    Gigny bis Montbard

Region:   Bourgogne

Luftlinie: 22,3

Kilometer: 27,9

Schritte: 34836

Wanderzeit: 8 Std 06 Min.

WDG (Wanderdurchschnittsgeschwindigkeit) 3,4 kmh

Flugminuten: 2