Tag 12: Habay – Virton

Tag 12:  Habay bis Virton   –    28. April 2007

 

Meine Füße sahen heute morgen schlimm aus und fühlten sich auch so an. Zum Glück lag heute nur ein kurzes Stück vor mir. Vom Motel bis Virton waren es fünfzehn Kilometer.

 

Allerdings gab es keinen anderen Weg als die Nationalstraße 87. Und die war am Samstagmorgen viel befahren. Hier gab es keinen begehbaren Seitenstreifen, nur ein schmales Stückchen holpriger Grasnarbe. Deshalb war ich gezwungen, am äußersten Straßenrand zu laufen. Die Autos zischten lebensgefährlich dicht an mir vorbei. Wenn Lastwagen nahten mußte ich zur Seite treten und  stehen bleiben. Eine äußerst nervtötende Angelegenheit!

 

Gefährlicher Weg!

Gefährlicher Weg!

So ging es zirka vier Kilometer bis Etalle. Dort kam ich naß geschwitzt an, was wohl eher von der Konzentration auf die Autos herrührte als von der körperlichen Anstrengung. In Etalle versorgte ich mich mit Getränken und weiter ging es auf der Straße. Nach zwei weiteren Kilometern bekam ich meinen ersten richtigen Durchhänger. Die Füße, die jetzt mehrere alte und neue Blasen aufwiesen hatten sich über Nacht nicht genügend erholt. Jeder Schritt tat weh, ich konnte und wollte nicht mehr. Ich beschloß, es mit dem Daumen zu probieren, der hatte schließlich keine Blasen.

Etalle

Etalle

Relativ schnell las mich ein Geländewagen auf. Der Fahrer war etwa in meinem Alter und sprach ganz passabel Englisch. Er war aus Virton und brachte mich dort bis vor die Tür des einzigen Hotels. Ich bedankte mich für’s Mitnehmen, ging zur Rezeption und sah auf der Theke schon das Schild „Complet“. Die freundliche Rezeptionistin bedauerte und erklärte mir an Hand eines Stadtplan den Weg zur Touristen Info. Die gibt es zum Glück hier in allen größeren Orten. 

Ich hätte nicht vermutet, daß es in dieser Jahreszeit ein Problem mit der Übernachtung geben würde. Aber es  ist vom Wetter her Hochsommer und dann auch noch Wochenende. Da geht ohne Reservierung gar nichts. Im Info-Büro bemühte sich die Deutsch sprechende Angestellte, irgendwo in der Nähe ein Zimmer aufzutreiben. Sie führte mehrere Telefonate und reservierte schließlich im „Relais de la Venerie“  ein Zimmer für mich. Als ich später meinen Übersetzungscomputer nach der Bedeutung des Namens befragte, waren sie wieder da, die Zeichen. Der Name bedeutet tatsächlich „Rast von der Hetzjagt“.

Virton

Virton

Ich mußte noch mal drei Kilometer laufen. Das kleine Hotel lag auf einer Anhöhe vor dem Dorf Ethe im Nordosten von Virton. Ich dachte: “ Nomen est Omen.“ und buchte mich für zwei Tage ein. Meine Füße mußten endlich etwas Zeit zum Ausheilen bekommen.

Ich erledigte am Nachmittag meine Wäsche. Jeans, Socken, Unterhosen und T-Shirts hatten dann fast zwei Tage Zeit zum Trocknen, zur Not konnte ich mit dem Fön, der hier zum Glück vorhanden war, nachhelfen.

 

 

Etappe –  habay – virton

Region:  Luxembourg, Ardennen

Luftlinie: 17

Kilometer: nur 7,5  ,  ca. 10 per Anhalter

Schritte: 9337

Wanderzeit:    nicht gestoppt

WDG (Wanderdurchschnittsgeschwindigkeit) –

Flugminuten 1,5